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Patent für Digitaldruck auf dunkle Textilien

Das israelische Unternehmen Kornit, Hersteller der gleichnamigen Digitaldrucker für den Direktdruck auf Textilien, hat sich für den Druck auf dunkle T-Shirts alle Rechte gesichert. Wie der Maschinenproduzent bereits am 2. Mai bekannt gab, hat das US-amerikanische Patent- und Markenamt das Patent #7,134,749 nun bestätigt. Welche Folgen dieses Patent für den Markt haben wird, ist noch unklar, doch bei der FESPA sorgte es bereits für Unruhe. Dort zeigte Kornit übrigens auch den neuen Printer 932 DS (siehe Kasten) sowie die neuen wasserbasierenden Tinten und kündigte zudem Veränderungen bei Verkauf und Support an.

 

Doch zunächst einmal zum Patent: Wie Jonathan Yanai, Regional Marketing Manager
Western Europe bei Kornit, sagte, bezieht sich das bereits am 16. Juni 2003 beantragte und nun bestätigte Patent auf „die Methode eines Farbdrucks auf dunkle Textilien, wobei zunächst im Digitaldruckverfahren mittels Inkjet- Druckköpfen ein deckender, weißer Untergrund auf ein dunkles Textil gedruckt wird, und dann im zweiten Schritt ein farbiges Bild auf das besagte Untergrundweiß, ebenfalls im Digitaldruckverfahren, aufgebracht wird.“ Das Verfahren, dass sich im boomenden Markt für den digitalen Direktdruck auf Textilien längst durchgesetzt hat, wird auch von zahlreichen anderen Herstellern wie Fast T-Jet, DTG oder den Epson- Umrüstern eingesetzt. Und hier herrschte bei den Mitbewerbern während der FESPA noch etwas Ratlosigkeit, zumal sich Kornit selbst nach den Worten von Jonathan Yanai noch nicht dazu äußern will, welche Auswirkungen dieses Patent überhaupt für den Markt haben wird. Wenn Kornit seine Rechte in ähnlicher Weise wie Sawgrass im Bereich der Sublimationstinten einfordert, dann können andere Anbieter von Inkjet-Systemen, mit welchen T-Shirts zunächst mit weiß und anschließend mit
CMYK-Tinten bedruckt werden, ihre Systeme nur noch nach Lizenzvereinbarungen mit Kornit anbieten. Doch die weitere Entwicklung hier bleibt abzuwarten.

 

Durchbruch bei Tinten 

 

Bei den Tinten ist Kornit nach langjähriger Forschung nun ein Durchbruch gelungen. Nachdem das israelische Unternehmen zunächst auf Lösemitteltinten für den T-Shirtdruck gesetzt hatte, damit aber weder die Öko- Tex-Zertifzierung noch die Zustimmung der Branche erhielt, bietet Kornit nun ein

 

Der neue Kornit-Drucker 932DS für das mittlere Segment

 

Während es für das obere Preis- und Qualitätssegment sowie für den Consumerbereich mittlerweile Drucksysteme für Textilien gibt, war das mittlere Segment nach Einschätzung von Jonathan Yanai, Regional Marketing Manager Western Europe bei Kornit, bislang noch unbesetzt. Diese Lücke soll nun mit dem neuen Direktdrucksystem 932DS für kleine und mittelständische Unternehmen geschlossen werden. Bei der FESPA zeigte Kornit den Printer in Aktion, wobei die neuen, wasserbasierenden CMYK-Textiltinten erstmals vorgestellt wurden. Die Druckqualität betreffend steht der Drucker den großen Kornitmaschinen in nichts nach, wie Jonathan Yanai sagte. Den Output des mit Spectra Piezo-Druckköpfen arbeitenden Systems gibt Kornit mit 100 Teilen pro Stunde bei hellen und 40 Teilen pro Stunde bei dunklen Textilien (zwei Druckdurchgänge: weiß + CMYK) bei einer Bildgröße von etwa 13 x 28 cm an. Diese Werte sind jedoch selbstverständlich abhängig vom Druckmotiv sowie vom Bediener der Maschine. Der 932DS-Drucker ist in seiner Bauweise kompakter, verspricht beste Echtheiten und soll zwischen 60.000 und
70.000 Euro (abhängig von Lieferumfang, Transport, etc.) kosten.

 

vollkommen neues Sortimentan wasserbasierenden CMYKTextiltintenan, die auch bereitsnach den Bestimmungenvon Öko-Tex Standard100 zertifiziert sind. Erstmals vorgestellt hatte Kornit dieneuen Tinten schon im August2006, doch anfänglichhatte es noch Probleme beider Verarbeitung gegeben,was auch die deutschen Anwender wie etwa die TextildruckereienA61 und AbrahamDürninger zu spürenbekamen. Jonathan Yanai begründetedie Schwierigkeitenim Gespräch mit der TVP mit anfänglichen Software-Problemenund bedauerte dieProduktionsausfälle bei denAnwendern, die teils nochdurch Lieferschwierigkeitenund Serviceprobleme verstärkt wurden.Bei der FESPA in Berlinkonnte Yanai die Tinten nunim Einsatz zeigen, wobeiKornit bei der Entwicklungder Tinten im übrigen stetsdie Bedürfnisse der Textilindustrie m Blick gehabtund dabei ein Maximum anDeckkraft und Echtheitenerreicht habe, so Yanai. DasSystem arbeite wieder vollkommenzuverlässig, und auch die Kunden werdenwieder rundherum bestensversorgt, wie Yanai sagte.Hinsichtlich der weißenTinte für den Vordruck willKornit in Kürze eine neue
Tinte auf den Markt bringen,die schneller trocknetals das bisherige Weiß undbesonders dehnbar und flexibelsein soll.Der Preis für einen LiterTinte liegt nach Aussage von Jonathan Yanai etwabei 120 Euro. Durch dieEntwicklung einer neuenVorbehandlungslösung, diebei den Kornit-Drucksystemenautomatisch vor dem Druck auf das T-Shirt aufgetragenwird, lässt sich derTintenverbrauch deutlichreduzieren.Verkauf und Service neustrukturiertBeim Verkauf der Drucksysteme und der Tinten gehtKornit bereits seit Beginn desJahres neue Wege. So werdendie Kunden heute alledirekt von Kornit aus Israelbeliefert. Diese Umstellung dürfte wohl auch der Grundfür die Lieferschwierigkeitenzu Beginn des Jahres gewesensein, doch mittlerweilehat Kornit den Verkauf gutorganisiert und kann nun schneller auf die Bedürfnisseder Kunden reagieren, wieJonathan Yanai sagt.Der Maschinensupportbleibt nach den Worten vonYanai in den Händen der regionalen Servicepartner. InDeutschland ist dies weiterhindie Delta GmbH.Wie wir bereits in der TVPberichtet hatten, ist der Digitaldruck-Konzern Efi Vutek mittlerweile mit 3,5 MillionenUS-Dollar an Kornit beteiligt.Hier rechnet JonathanYanai zukünftig mit einemweiteren finanziellen Engagementbis hin zu einer völligen Übernahme Kornits durch EfiVutek. Für Kornit bietet diesnach Einschätzung von Yanaihervorragende Möglichkeiten,denn das Geld werdein erster Linie in Forschung und Entwicklung investiert.

 

TVP, March 2007

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